Typische bayerische Hochzeit

Typische bayerische Hochzeit

Die typische bayerische Hochzeit steht bei Hochzeitspaaren wieder hoch im Kurs. Denn in der Tracht lässt es sich nach alter bayerischer Tradition recht zünftig feiern. Hier ein paar Tipps für die Planung, damit die Hochzeitsfeier eine richtige Gaudi wird.


Was gehört zu einer bayerischen Hochzeit?

Entscheidend für eine bayerische Hochzeit ist nicht nur die Kleidung. Klar trägt das Brautpaar Tracht, und auch die Gäste werden gebeten, ihre schönsten Dirndl, Lederhosen und Janker anzuziehen. Doch auch das Drumherum muss stimmen:

• Location: Gefeiert wird natürlich traditionell im Wirtshaus, das gerne rustikal eingerichtet sein darf. Viele Gaststätten bieten Nebenräume für größere Gesellschaften an, manchmal kann auch das ganze Wirtshaus für die geschlossene Gesellschaft gebucht werden.

• Menü: Zur bayerischen Hochzeit gehören bayerische Schmankerl. Traditionell gibt’s eine Hochzeitssuppe als Vorspeise, als Hauptspeise Braten oder andere deftige Gerichte, als Dessert Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel. Getränk der Wahl ist Bier statt Champagner.

• Musik: Tagsüber begleitet eine Kapelle die Feierlichkeiten mit zünftiger Volksmusik. Am späteren Abend kann auch eine Band die Tanzfläche mit den besten Partyhits und Schlagern füllen.

• Dekoration: Alles in Weiß mit rosa Rosen ist natürlich erlaubt, für die bayerische Hochzeit jedoch etwas zu elegant. Stattdessen sehen bunte Blumensträuße und weiß-blaue Karomuster immer schön aus.

• Hochzeitslader: Wer ganz traditionell heiraten will, lässt einen Hochzeitslader vorab die Gäste zur Hochzeit einladen. Der trägt einen Stab bei sich, der mit bunten Bändern in den Farben Rot für die Liebe, Blau für die Treue, Grün für die Hoffnung und Weiß für die Unschuld geschmückt ist.


Welches Dirndl trägt die Braut?

Da bayerische Hochzeiten voll im Trend liegen, ist auch die Auswahl an Hochzeitsdirndln riesengroß. Damit sich die Braut deutlich von den anderen Gästen abhebt, sollte das Dirndl besonders edel sein und eine helle Farbe haben. Sehr beliebt sind Creme, Champagner, Rosé oder ein helles Silbergrau. Doch auch kräftige Farben sind beim Brautdirndl erlaubt, wenn es farblich auf die Tracht des Bräutigams abgestimmt ist.


Welche Tracht trägt der Bräutigam?

Der Bräutigam hat beim Outfit die Wahl zwischen Lederhose, Trachtenhemd und Weste oder einem festlichen Trachtenanzug. Zur Sommerhochzeit darf es ein bisschen luftig-legerer sein, bei der Winterhochzeit lieber elegant. Dazu gehören Haferlschuhe.


Welche Kleidung tragen die Gäste?

Für die geladenen Gäste ist eine bayerische Hochzeit die ideale Gelegenheit, um die Festtagstracht auszuführen. Die Damen leisten sich vielleicht ein neues festliches Dirndl, das sich durch edle Stoffe und Muster vom Wiesn- oder Alltags-Dirndl abhebt. Die Farbe sollte jedoch nicht zu hell gewählt werden, um der Braut nicht die Show zu stehlen. Dazu gehören ein fescher Trachtenjanker und schöne Trachtenschuhe oder Pumps.

Auch die Herren dürfen ihre Lederhose tragen. Dazu kombinieren sie ein weißes Hemd mit einer bestickten Weste. Drüber sollte es statt der groben Strickjacke dem Anlass entsprechend ein hochwertiger Janker sein.


Welche Hochzeitsbräuche gibt es auf der bayerischen Hochzeit?

In der bayerischen Hochzeitstradition gibt es einige spezielle Rituale, Sitten und Bräuche, die ein wenig kurios erscheinen mögen. Doch sie bringen auf jeden Fall Stimmung in die Feier und lockern die Gesellschaft auf:

• zeitlicher Ablauf: Wer auf dem Land heiratet, wird traditionell in der Früh durch Böllerschützen geweckt. Dann gibt’s ein Weißwurstfrühstück und alle machen sich fertig für die kirchliche Trauung, die meist am Vormittag stattfindet. Mit dem Mittagessen beginnt die Feier im Wirtshaus.

• Kranzlpaar: Eine ledige Freundin der Braut und ein lediger Freund des Bräutigams bilden das Kranzlpaar, das die beiden Trauzeugen unterstützt und gewisse Aufgaben übernimmt.

• Einzug der Hochzeitsgesellschaft: Ein Akkordeonspieler oder eine Blaskapelle spielt bayerische Hochzeitslieder, während Brautpaar und Gäste in die Wirtschaft einziehen.

• Suppe salzen: Braut, Brautmutter und Bräutigammutter kosten in der Küche die Suppe. Bei Bedarf wird nachgesalzen und ein Trinkgeld für die Küche gegeben.

• Hungertanz: Noch vor dem Essen findet der Hochzeitstanz des Brautpaares statt, der Hunger auf das folgende Festmahl machen soll.

• Brautstehlen: Beim Brautstehlen oder Brautverziehen entführen die Junggesellen die Braut, wenn der Bräutigam einen Moment unachtsam war. Der muss sie anschließend suchen und durch alkoholische Getränke wieder auslösen.

• Abschlusstanz: Mit dem letzten Tanz des Brautpaares um Mitternacht endet auch die bayerische Hochzeit.

Im Lauf der Feier muss das Brautpaar verschiedene Aufgaben lösen und Hochzeitsspiele mit kleinen scherzhaften Schikanen mitmachen. Wer sich für eine traditionelle bayerische Hochzeit entscheidet, sollte also für jeden Spaß zu haben sein.